TEM – Traditionelle europäische Medizin

Die Geschichte und Verwendung pflanzlicher Heilmittel in der Europäischen Tradition.
Die Traditionelle Europäische Medizin ist sowohl Natur- als auch Geisteswissenschaft. Das Wissen um das Wesen der Natur vereinte Chemie und Alchemie, Physik und Metaphysik, Astronomie und Astrologie, Psychologie und Magie. Abweichungen vom Zustand der Gesundheit wurden in der TEM größtenteils mit pflanzlichen, aber auch mineralischen Heilmitteln behoben.
Die Europäische Tradition mag vielleicht noch nicht so lange bestehen wie die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), doch sind sich alle traditionellen Systeme darin einig, dass:
1. Krankheit als ein verlorenes Gleichgewicht
zu sehen ist.
2. Alles geistige, seelische und energetische
Ursachen hat.
3. Das Lebewesen im Mittelpunkt steht,
also der ganze Mensch,
die ganze Pflanze und nicht nur einzelne
Organe oder Teile
4. Gute Lebensführung und gesundes Essen
unerlässlich für die Gesunderhaltung ist.
5. Alle Erkenntnisse der Welt, die wir auf Erden
besitzen, nur aus dem Licht der Natur stammen.
Dieses Licht der Natur reicht vom Sichtbaren zum
Unsichtbaren und ist hier so wunderbar wie dort.
Im Lichte der Natur ist das Unsichtbare sichtbar.“
(Paracelsus)
Urtinkturen
Sind alkoholische Auszüge der frischen (nicht getrockneten!) Pflanze. So gelangt man zu einer sehr intensiven, wirkungsvollen Pflanzentinktur, die auch Ausgangsprodukt der homöopathischen Präparate ist.
Gemmotherapie/Embryonale Zelltherapie
In der Gemmotherapie wird ausschließlich embryonales Pflanzengewebe d.h. besonders teilungsaktive Pflanzenteile verwendet z.B. Knospen, Triebe und Wurzelspitzen. Sie werden mit Glyzerin versetzt, um Hormone, Enzyme und pflanzliches Eiweiß der Pflanzen zu extrahieren.Der Reichtum an Eiweiß (Protein) in diesen Pflanzenteilen ist enorm.
Ätherische Öle
Das ätherische Öl ist die reine flüssige Essenz der Pflanze. Ätherische Öle wirken unmittelbar auf das limbische System im Stammhirn und damit auf der seelisch-emotionalen Ebene. Sie haben antiseptische, antivirale, antiparasitäre und fungizide Eigenschaften. Um den höchsten Anforderungen in Bezug auf Reinheit und Qualität zu entsprechen sollten ausschließlich solche in Lebensmittelqualität angewendet werden.
Blütenwässer
Echte Blütenwässer werden nach einer jahrhunderte alten Tradition mittels schonender Wasserdampf-Destillation hergestellt. So gewonnenes Blütenwasser trägt alle wertvollen Informationen in sich, und zwar in einer sehr milden, hautverträglichen Form. Echtem Blütenwasser darf keinerlei Konservierungsstoff beigefügt werden.
Lithotherapie/Steinheilkunde
Im Mittelalter waren es vor allem die Alchemisten, die sich mit der Steinheilkunde beschäftigten. Paracelsus zufolge, wird alles maßgeblich von den Grundelementen Merkur, Sulfur und Sal bestimmt. Da eine Analogie zwischen Mensch und Kosmos besteht, findet der Mensch das richtige Heilmittel in seinem unmittelbaren Umfeld. Deshalb spielen Mineralien und Steine eine besonders wichtige Rolle in der „Paracelsischen“ Therapie.
Die Geschichte der Lithotherapie machte im 19. Jahrhundert eine entscheidende Entwicklung durch Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie. Im 20. Jahrhundert entwickelte Rudolf Steiner mit seiner Anthroposophischen Lehre die Lithotherapie weiter. Im späten 20 Jahrhundert hat Doktor Henri Pol (der Begründer der Gemmotherapie), verschiedene lithotherapeutische Ansätze verfolgt. Auch im Orient, in Indien und China entstand unabhängig von der europäischen Tradition eine sehr komplexe Form der Steinheilkunde.